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11.09.2017

Kunstpreis der Stadt Limburg wird verliehen

Burning Life nennt das Künstlerpaar Koschies dieses Werk, das ebenfalls mit der Schlitzkamera aufgenommen wurde.

KOSCHIES sind die diesjährigen Preisträger des Kunstpreises der Stadt Limburg. Der Wettbewerbsbeitrag des Künstlerpaares zum Thema „ZeitSprünge“ wird am Freitag, den 15. September 2017 um 19 Uhr in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg (Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn) von Bürgermeister Dr. Marius Hahn und den Partnern des Kunstpreises, André Kramm - Vorsitzender des Förderkreises Bildende Kunst Limburg e. V. und Patrick Ehlen - Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Limburg, ausgezeichnet. Anschließend erfolgt die begleitende Ausstellungseröffnung mit den Werken des in Potsdam lebenden Künstlerpaares Birgit und Axel Koschies durch den Rathauschef. In die Ausstellung führen KOSCHIES ein.

„Limburg darf sich auf eine außergewöhnliche Ausstellung freuen“, so Irene Rörig, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg und Jurymitglied. „Die Ausstellung „ZeitSprünge“ begeistert durch faszinierende Bilder aus der 4. Dimension, deren ungewöhnliche Ästhetik mit konventionellen Sehgewohnheiten bricht. Die Arbeiten machen in ihrer horizontalen Ausdehnung Zeit für das menschliche Auge sichtbar“, ergänzt Rörig. Die Jury zur Vergabe des Preises war von der Qualität der Arbeiten und der perfekten visuellen Umsetzung des Themas überzeugt und formulierte in ihrer Begründung: „Die Fotografien der KOSCHIES erzeugen – in einer Zwischenwelt von Fotografie und Film – eine ganz neue, innerhalb eines Zeitkontinuums angesiedelte Realität.“ Zu sehen sind die Arbeiten bis einschließlich Sonntag, den 12. November 2017.

Der Kunstpreis wird seit 1996 vom Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn, dem Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. verliehen und von der Kreissparkasse Limburg unterstützt.

Hintergrundinformationen zur Ausstellung und zu den Werken der Künstler

Bewegung und Transformation

Online

Die Arbeiten von KOSCHIES sind Sichtbarmachungen der vierten Dimension. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras verfügen die dabei verwendeten Spezialkameras über keinen mechanischen Verschluss. Die Aufnahme erfolgt durch einen permanent geöffneten schmalen Schlitz und wird in einer kontinuierlichen Bewegung „nahtlos“ belichtet.

Alles Unbewegte, Ruhende wird auf den Bildern von KOSCHIES nicht oder nur bis zur Unkenntlichkeit deformiert dargestellt; es erscheint als durchgehender Streifen oder als Linie. Dahingegen wird alles, was sich vor dem Schlitz analog zu der Aufnahmegeschwindigkeit der Kamera bewegt, figurativ abgebildet – als Sequenz dessen, was den Aufnahmeschlitz passiert hat. Aus einem zeitlichen Nacheinander wird ein räumliches Nebeneinander.

 

Die chronistische Perspektive

Battleshield
Aufnahmen, die auf den ersten Blick anmuten wie fotografisch festgehaltene statische Augenblicke, verbildlichen tatsächlich kontinuierlich fließende Zeit. Es offenbaren sich ganze Zeiträume in der buchstäblichen Bedeutung des Wortes.

Selbst vordergründig vertraut wirkende Motive hinterfragen bei näherer Betrachtung die gewohnte dreidimensionale Wahrnehmung. Das „Lesen“ der Bilder bedingt eine Loslösung von der rein räumlichen Sichtweise.

Während herkömmliche Fotografien zumeist nur einen kurzen Zeitsplitter dokumentieren und eine Szene in Höhe und Breite abbilden, bewahren die von KOSCHIES mit Schlitzkameras aufgenommenen Bilder zwar das räumliche Höhenmaß, ersetzen jedoch die Breite durch die Zeitachse. Die horizontale Ausdehnung wird zur chronistischen Perspektive.

 

Inszenierungen im Zeitraum

Metamorphose

Die permanenten Schwebezustände der Dargestellten, die Dopplungen und Verformungen basieren nicht auf digitaler Manipulation. Dies gilt gleichermaßen für die Schatten, die zum Teil in verschiedene Richtungen fallen oder sich anders verhalten als die zugehörigen Personen. Die verfremdenden Elemente sind bedingt durch den von KOSCHIES gestalterisch instrumentalisierten Einfluss der Zeit bei der Aufnahme selbst und dokumentieren deren Verlauf.

Inhalt und Ästhetik der Bilder beziehen sich auf die Simultanität sowie die Dynamik des Futurismus; sie verweisen darüber hinaus auf surrealistische Vorbilder und die partiellen Deformationen in den Werken Francis Bacons. Arbeiten von KOSCHIES erforschen Bereiche jenseits der geometrischen Darstellung des Raumes; das Ergebnis sind faszinierende „Zeitreisen“ von einzigartigem Reiz, deren besonderer Zauber die Phantasie ebenso herausfordert wie den Verstand.

Veranstaltungstipps

Die Ausstellung zum Kunstpreis der Stadt Limburg wird um drei öffentliche Ausstellungsführungen ergänzt:

Am Samstag, 16.9.2017, am Sonntag, 17.9.2017 und am Samstag, 11.11.2017, jeweils um 14 Uhr. Bei den Führungen haben die Gäste der Kunstsammlungen der Stadt Limburg die Möglichkeit, mehr über die Ausstellung und über das Künstlerpaar KOSCHIES zu erfahren.

Die Führung ist kostenfrei.

Treffpunkt: Eingangshalle der Kunstsammlungen der Stadt Limburg

(Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn)

Buchung: Nicht erforderlich

 

Und wer KOSCHIES kennen lernen möchte, hat dazu am Sonntag, 12. November 2017 die Möglichkeit. Das Künstlerpaar ist an diesem Tag von 13 bis 17 Uhr in den Kunstsammlungen vor Ort und freut sich auf das Treffen mit Interessierten.

Kunstpreis der Stadt Limburg

Der Kunstpreis der Stadt Limburg wird seit dem Jahr 1996 jährlich bundesweit mit wechselnder Themenstellung (2017: ZeitSprünge) ausgeschrieben. Er ist mit einem Preisgeld von 5.000 Euro dotiert und mit einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden. Alle Techniken sind zugelassen. Eine Altersbegrenzung besteht nicht. Ziel des Preises ist es, durch die Prämie und die Ausstellung Künstlern die Möglichkeit zu geben, eigene, bereits vorhandene oder neue Vorstellungen und Werke mit einer gestellten Thematik zu verbinden, daraus ein individuelles Ausstellungskonzept zu entwickeln und an die Öffentlichkeit zu treten.

Mitglieder der Jury

Irene Rörig – Leiterin des Kulturamtes
Prof. Eckhard Kremers – Künstler
Dr. Gabriel Hefele – Kunsthistoriker
André Kramm – Vorsitzender Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.
Johannes Bröckers – Journalist

Veranstalter

Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn
Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.

Wir danken unserem langjährigen Partner

Informationen zu den Kunstsammlungen der Stadt Limburg

Öffnungszeiten

Mo.: 8:30 – 12:00 h

Di.: 8:30 – 12:00 h

Mi.: 8:30 – 14:00 h

Do.: 8:30 – 12:00 h + 14:00 – 18:00 h

Fr./Sa./So./Feiertage: 11:00 – 17:00 h

Der Eintritt ist frei

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