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Kunstpreis der Stadt Limburg 2017 „ZeitSprünge“ vergeben an das Künstlerpaar Koschies aus Potsdam

„ZeitSprünge“, das ausgelobte Thema für den Kunstpreis der Stadt Limburg 2017, inspirierte in diesem Jahr insgesamt 41 Künstlerinnen und Künstler zu einer Bewerbung um den bundesweit ausgeschriebenen Preis.

Preisträger 2017

Das Künstlerpaar Koschies aus Potsdam erhält den Kunstpreis 2017 der Stadt Limburg.
© Uwe Arens

sind das Künstlerpaar Koschies, die die Jury mit ihren faszinierenden zweidimensionalen Bildern begeisterten. Koschies außergewöhnliche ästhetische Fotografien brechen mit konventionellen Sehgewohnheiten und machen Zeit in ihrer horizontalen Ausdehnung sichtbar, so die Jury.

Zur Ausstellung

Bewegung und Transformation
Zwischen Fotografie und Film erschaffen KOSCHIES eine neue, innerhalb eines Zeitkontinuums angesiedelte Realität. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras verfügen die dabei verwendeten Spezialkameras über keinen mechanischen Verschluss. Die Aufnahme erfolgt durch einen permanent geöffneten schmalen Schlitz und wird in einer kontinuierlichen Bewegung „nahtlos“ belichtet.

Alles Unbewegte, Ruhende wird auf den Bildern von KOSCHIES nicht oder nur bis zur Unkenntlichkeit deformiert dargestellt; es erscheint als durchgehender Streifen oder als Linie. Dahingegen wird alles, was sich vor dem Schlitz analog zu der Aufnahmegeschwindigkeit der Kamera bewegt, figurativ abgebildet – als Sequenz dessen, was den Aufnahmeschlitz passiert bzw. durchsprungen hat. Aus einem zeitlichen Nacheinander wird ein räumliches Nebeneinander. 

Die chronistische Perspektive
Die Arbeiten von KOSCHIES sind Sichtbarmachungen der vierten Dimension. Aufnahmen, die auf den ersten Blick anmuten wie fotografisch festgehaltene statische Augenblicke, verbildlichen tatsächlich die fließende Zeit. Es offenbaren sich ganze Zeiträume in der buchstäblichen Bedeutung des Wortes. Selbst vordergründig vertraut wirkende Motive hinterfragen bei näherer Betrachtung die gewohnte dreidimensionale Wahrnehmung. Das „Lesen“ der Bilder bedingt eine Loslösung von der rein räumlichen Sichtweise.

Während herkömmliche Fotografien zumeist nur einen kurzen Zeitsplitter dokumentieren und eine Szene in Höhe und Breite abbilden, bewahren die von KOSCHIES mit Schlitzkameras aufgenommenen Bilder zwar das räumliche Höhenmaß, ersetzen jedoch die Breite durch die Zeitachse. Die horizontale Ausdehnung wird zur chronistischen Perspektive. 

Inszenierungen im Zeitraum
Die permanenten Schwebezustände der Dargestellten, die Dopplungen und Verformungen basieren nicht auf digitaler Manipulation. Dies gilt gleichermaßen für die Schatten, die zum Teil in verschiedene Richtungen fallen oder sich anders verhalten als die zugehörigen Personen. Die verfremdenden Elemente sind bedingt durch den von KOSCHIES gestalterisch instrumentalisierten Einfluss der Zeit bei der Aufnahme selbst und dokumentieren deren Verlauf. 

Inhalt und Ästhetik der Bilder beziehen sich auf die Simultanität sowie die Dynamik des Futurismus; sie verweisen darüber hinaus auf surrealistische Vorbilder, auf die Schattenverläufe der verstörenden Traumwelten de Chiricos und die partiellen Deformationen in den Werken von Francis Bacon. Das Ergebnis sind faszinierende „Zeitsprünge“ von besonderem Reiz, deren Rätselhaftigkeit die Phantasie ebenso herausfordert wie den Verstand.

Ausstellungsdauer

15. September bis 12. November 2017

Veranstaltungstipp

Die Ausstellung zum Kunstpreis der Stadt Limburg wird um zwei öffentliche Ausstellungsführungen ergänzt: Am Samstag, 11.11.2017 und am Sonntag, 12.11.2017, jeweils um 14 Uhr. Bei den Führungen haben die Gäste der Kunstsammlungen der Stadt Limburg die Möglichkeit, mehr über die Ausstellung und über das Künstlerpaar KOSCHIES zu erfahren.
Die Führung ist kostenfrei.
Treffpunkt: Eingangshalle der Kunstsammlungen der Stadt Limburg
(Historisches Rathaus, Fischmarkt 21, 65549 Limburg a. d. Lahn)
Buchung: Nicht erforderlich

Und wer KOSCHIES kennen lernen möchte, hat dazu am Sonntag, 12. November 2017 die Möglichkeit. Das Künstlerpaar ist an diesem Tag von 13 bis 17 Uhr in den Kunstsammlungen vor Ort und freut sich auf das Treffen mit Interessierten.

Der Preis

Der Kunstpreis der Stadt Limburg wird bundesweit mit wechselnder Themenstellung ausgeschrieben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und einer Ausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg verbunden. Alle Techniken sind zugelassen. Eine Altersbegrenzung besteht nicht. Ziel des Preises ist es, durch das Preisgeld und die Ausstellung Künstlerinnen, Künstlern oder einer Künstlergruppe die Möglichkeit zu geben, eigene, bereits vorhandene oder neue Vorstellungen und Werke mit einer gestellten Thematik zu verbinden, daraus ein individuelles Ausstellungskonzept zu entwickeln und damit an die Öffentlichkeit zu treten.

Die Jury

Die Jury setzte sich zusammen aus Irene Rörig, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Limburg, Prof. Eckhard Kremers, Künstler, Dr. Gabriel Hefele, Kunsthistoriker, André Kramm, Vorsitzender Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V. und Johannes Bröckers, Journalist.

Veranstalter

Magistrat der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn
Förderkreis Bildende Kunst Limburg e. V.
mit freundlicher Unterstützung Kreissparkasse Limburg

 

weitere Informationen

Ansprechpartner

Irene Rörig
Amtsleiterin Kulturamt
Telefon 06431 203-915
Kontaktformular

Tanja Schnatz
Telefon 06431 203-912
Fax 06431 203-918
Kontaktformular

Ute Müller
Telefon 06431 203-913
Kontaktformular